Das Hamburger Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” veröffentlichte in seiner aktuellen Ausgabe ein Interview mit dem amtierenden Weltmeister Viswanathan Anand. Darin äußert sich der Inder natürlich vor allem über seine Vorbereitung auf die anstehende WM gegen Wladimir Kramnik, aber auch zu Magnus Carlsen als potentieller Nachfolger und Sekundant. Das Interview kannst Du auf Spiegel Online lesen.
Die Chesstigers sind insbesondere für ihre vorbildliche Organisation der jährlichen Chess Classic weltberühmt. Mit vielen Ideen und mutigen Innovationen wird die Schachwelt Jahr für Jahr bereichert. Doch dieses mal hat man zumindest in einem Punkt wohl mal den Mund zu voll genommen.
Kurz vor dem diesjährigen Turnier wurde von Chesstigers und Medienpartner Chessbase eine Medienaktion für private Websites ins Leben gerufen. Private Homepage-Betreiber sollten einen wie immer gearteten Artikel über die Chess Classic schreiben. Als Vorteil für die privaten Homepages wurde genannt, dass
„sich viele Besucher unserer CCM9-Veranstaltung [...] durch die interessanten Berichte wiederfinden würden“.
Dazu wurde auch noch eine Präminierung ausgelobt:
„Jeder eingereichte und verlinkt gelistete Bericht gewinnt einen Preis.“
Der Vorteil für die Chess Classic
„wäre es, dass wir nicht nur unser eigenes Bild, oder das der bekannten professionellen Seiten im Markt der Websites wiedergeben könnten, sondern durch eine Art Netzwerkbildung im Medienbereich genau wie bei den Vielfältigkeit bei Teilnehmern und Zuschauern, dies auch in der Berichterstattung wiederfinden würden.“ (weiterlesen…)
Beim Open im indischen Kolkata fand Ex-Europameister Vladislav Tkachiev einen ungewöhnlichen Weg, seine Partie zu verlieren. Wie indische Medien berichten, erschien der Franzose volltrunken am Brett und schlief dort dann seinen Rausch aus.
Es gelang nicht, Tkachiev vor der Zeitkontrolle zu wecken. Vom Schiedsrichter erhielt er eine 0 und eine Verwarnung, darf aber weiterspielen.
Oft beklagt die Schachwelt ihre mangelnde Medienpräsenz. Nun widmedeten nacheinander der Tagesspiegel und Spiegel Online dem norwegischen „Wunderkind“ Magnus Carlsen Artikel. Der grundsätzlich schöne Erfolg zeigt jedoch, dass die Pressereferenten unseres Sports noch viel Arbeit vor der Brust haben. Der Tagesspiegel berichtet, dass Carlsen in dieser Woche in Bilbao der jüngste Schachweltmeister aller Zeiten werden kann, der Spiegel macht Carlsen schon einmal zum Weltranglistenersten.
Der letzte Woche im Tagesspiegel erschienene Artikel spricht nicht nur für eine gewisse Orientierungslosigkeit der Redaktion, sondern auch für deren Desinteresse. Immerhin weiss der Tagesspiegel-Leser nun, dass aus Kindern, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen, Weltmeister werden können – selbst wenn sie gar nicht bei einer WM spielen.
Der Spiegel – einst für seine erstklassigen Recherchen berühmt, in manchen Kreisen sogar berüchtigt – verkündete heute in seiner Online-Ausgabe, dass Carlsen am Wochenende die Spitze der Weltrangliste erobert habe, und diese Position nur noch bis zum 1. Oktober halten müsse, damit sie von offizieller Seite anerkannt wird.“ Der Hype um tagesaktuelle Wertungszahlen hat nun also auch den Spiegel erfasst. Im Kontrast dazu wurde der amerikanische Präsidentschaftskandidat MacCain noch nicht als Präsident verkündet, der im November nur noch bestätigt werden muss, obwohl dieser in den Meinungsumfragen die Führung übernommen hat.
Endlich interessiert sich auch mal jemand anderer als die „üblichen Verdächtigen“ der Presse um das Schach in Deutschland. Wenn es um Olympia überregional auch immer noch sehr ruhig ist, druckt die Neue Rhein Zeitung (NRZ) ein Interview mit Viswanathan Anand. Darin begründet der Weltmeister, warum er kurz vor dem Match gegen Kramnik noch das Turnier in Bilbao spielt.
Nachdem Anand seit Linares kein klassisches Turnierschach gespielt habe, sei ihm die Spielpraxis sehr wichtig, gibt Anand etwaigen Skeptikern, die sich über das schwere Turnier unmittelbar vor der WM wunderten, Kontra.
Weitere Interview-Themen sind das Treffen Anands mit Bobby Fischer sowie sein potentieller Nachfolger als Nummer Eins der Welt, Magnus Carlsen.
Bei den antiken olympischen Spielen kann es wohl noch nicht gewesen sein, aber gefühlt haben schon vor Erfindung des Fernsehens Schachfreunde versucht, ihren Sport olympisch zu machen und somit den vermeintlichen Durchbruch zum medien- und massentauglichen Sport zu erzielen.
Heute freut man sich schon darüber, eine vom IOC anerkannte Sportart zu sein, was konkret freilich nur bedeutet, dass jeder Kreisklassespieler auf seinen Kaffeekonsum zu achten hat. Olympische Sportart kann Schach allenfalls theoretisch werden. Doch einstweilen richtet sich das olympische und mediale Interesse auf packende Ereignisse wie den Modernen Fünfkampf und das Schießen. (weiterlesen…)