Ob die WM wie geplant am Mittwoch offiziell eröffnet wird, steht zur Stunde noch in den Sternen. Fest steht derweil bereits, dass die bulgarischen Organisatoren ihrem Star, ihrem Verband und dem Schach einen Bärendienst erwiesen haben. Sollte Topalow Weltmeister werden, dürfte er wieder ein Weltmeister “zweiter Klasse” sein.
Die Fide-WM 2005 in Argentinen war sportlich hoch einzuschätzen, doch im Nachhinein betrachtet, handelt es sich eben “nur” um eine Fide-WM. Bei der Wiedervereinigung in Elista brachte sich Topalow trotz seines attraktiven Spiels um alle Symphatien, da sein Team angesichts eines schnellen Rückstandes gegen Kramnik Verschwörungstheorien aufstellte, die zu einer Unterbrechung der WM, zu einem drohenden Abbruch und zum Bruch der geschlossenen Verträge führten.
Beim Open im indischen Kolkata fand Ex-Europameister Vladislav Tkachiev einen ungewöhnlichen Weg, seine Partie zu verlieren. Wie indische Medien berichten, erschien der Franzose volltrunken am Brett und schlief dort dann seinen Rausch aus.
Es gelang nicht, Tkachiev vor der Zeitkontrolle zu wecken. Vom Schiedsrichter erhielt er eine 0 und eine Verwarnung, darf aber weiterspielen.
Am 8. November 2008 fand in Köln das zweite interkulturelle Schnellschachturnier „Integration ist Teamarbeit“ statt. Ausrichter des Turniers war der ursprünglich türkischstämmige, nun multikulturelle Schachclub Satranç Club 2000.
Zur Historie: Das erste interkulturelle Schnellschachturnier und ein Freundschaftsspiel fanden im Jahre 2001 mit vielen Spielern statt statt, von denen viele mittlerweile IM bzw. angehende GM sind: Z.B. Kivanc Haznedaroglu, Umut Atakisi, Dieter Morawietz, Ilja Zaragatski, Jakob und Philipp Balcerak.
Das diesjährige Turnier fand im Rahmen der Interkulturellen Woche statt und sollte auch auf die Schacholympiade in Dresden einstimmen. Daher wies auch die Schacholympiade ausdrücklich auf das Turnier hin. Beide Ereignisse nahm der Verein zum Anlass, Schach als Integrationssport und den Schachverein als Ort des interkulturellen Dialoges stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. (weiterlesen…)
Die Deutsche Schachjugend versucht, mit Hilfe einer Unterschriftenaktion Schach in der Pro-7-Sendung „Schlag den Raab“ unterzubringen. Die Idee für den Vielseitigkeitswettkampf zwischen der selbsternannten „Killerplauze“ Stefan Raab und einem Kandidaten besteht im Konditionsschach, einer Blitzpartie, bei der zwischen den Zügen zur einige Meter entfernt stehenden Schachuhr gelaufen werden muss. Wer diesen bemerkenswerten Ansatz unterstützen möchte, findet nähere Informationen unter www.deutsche-schachjugend.de.
Am vergangenen Sonntag fand in Köln ein multikulturelles Tandemschachturnier unter dem Motto „Integration ist Teamarbeit“ statt. Veranstalter waren der Satranç Club 2000 und das Kilimandjaro – Zentrum für Integration. Das Ziel, Schach als Integrationssport und Ort der multikulturellen Begegnung stärker in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, lag natürlich gerade im Jahr der Schacholympiade in Deutschland mit ihrem Motto „Wir spielen eine Sprache“ eine noch größere Rolle als der Sport an sich.
So hatte natürlich auch das Tandemschach seinen tieferen Sinn: Bei dieser Variante des Schachspiels bilden je zwei Spieler ein Team, agieren aber nicht parallel zueinander, sondern miteinander. Die Figuren, die ein Spieler schlägt, können jeweils auf dem anderen Brett plaziert werden. Jeder Spieler ist also auf seinen Mitspieler angewiesen. Die weißen Steine des einen müssen mit den schwarzen des anderen harmonisch abgestimmt werden – eben so, wie das Zusammenwirken von Kulturen, von Einheimischen und Zuwanderern auch nur Hand in Hand funktionieren kann.
Konsequenterweise wurden die Teilnehmer mit Simits, den türkischen Sesamkringeln, ebenso üppig versorgt wie mit bayerischen Brezeln. Doch weit mehr noch als über die Verpflegung und den sportlichen Spaß erfreuten sich die Spieler aus Ländern wie der Türkei, Uganda, Griechenland, Spanien und natürlich auch Deutschland natürlich am freundlichen Miteinander der Menschen, Kulturen und Nationen. Dass der gastgebende Satranç-Club für seine außerordentliche Gastfreundschaft gelobt wurde, verwundert wohl kaum, ist die türkische Gastfreundschaft doch – zumindest bei jenen, die über den Tellerrand ihrer eigenen Nationalität und Kultur hinausschauen – geradezu legendär.
Sieger des Turniers wurde übrigens das Team vom Schachklub Wittekinds Knappen aus Enger (Kreis Herford) mit Seyfettin Kara und Sebastian Peter.
Spiegel TV berichtete jüngst über einen neuen Trendsport, das Schachboxen. Genau: bei dieser, 2003 erstmals ausgetragenen, Sportart geht es um die Kombination von Schach und Boxen, um sowohl den Geist als auch den Körper herauszufordern. Die Schach- und Boxsequenzen wechseln sich dabei ab.
Sechsmal geht es ans Schachbrett, jeweils für vier Minuten. Insgesamt hat jeder Spieler zwölf Minuten Bedenkzeit zur Verfügung. Dazwischen wird fünfmal für jeweils zwei Minuten geboxt.
Ein Schach matt oder der Ablauf der Bedenkzeit führen ebenso zum Ende des Kampfes wie ein technischer K.O. beim Boxen. Fällt keine derartige Entscheidung, so vergeben die Boxrichter ihre Punkte. Kommt es auch dabei zu einem Remis, gewinnt der Spieler mit den schwarzen Steinen.
Der Spiegel-TV-Bericht (2½ Minuten) kann auf den Seiten von Spiegel online betrachtet werden.