Wer sich noch darüber wundern mag, warum viele Schachfreunde ChessBase oder Nichtschachspieler gegenüber Schachfreunden voreingenommen eingestellt sind, braucht sich nur die immer wieder kehrenden Possen rund um ChessBase – von vielen wohl empfunden als das Microsoft des Schachs – durchzulesen. Gäbe es den Film „Und täglich grüsst das Murmeltier“ nicht schon, wäre Holger L. wohl nicht nur auf „seinem“ Server der Hauptdarsteller.
Mancher mag es als wohltuend empfinden, dass es noch Konstanten im Leben gibt. Eine davon ist die immer wiederkehrende Nachricht „Heute kein ChessBase TV“. Die einzelnen Folgen dieser Sitcom unterscheiden sich in den Begründungen, die durchaus einen noch höheren Unterhaltungswert haben als die für den mehrtägigen Absturz, an dem viele schuld hatten, nur niemand von ChessBase. (weiterlesen…)
Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich ziemlich aufgeregt und nervös auf mein erstes Chessbase wartete. Irgendwann lag es dann im Briefkasten und flugs wurde das Paket aufgerissen und die Diskette in den Rechner geschoben. Während man es sich mit einer Tasse Kaffee vor dem PC gemütlich machte, installierte sich das Chessbaseprogramm automatisch, und voller Vorfreude inspizierte man das mitgelieferte Handbuch. War die Installation dann abgeschlossen, kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus, tausende von Partien ließen sich mühelos verwalten, nachspielen und editieren. Die Jahre vergingen und das Programm wurde stetig weiterentwickelt und verbessert, Chessbase wurde zu einer mächtigen Waffe der häuslichen Vorbereitung führender Topgroßmeister. (weiterlesen…)
ChessBase ist wieder online! Knapp eine Woche lieferte die deutsche, vier Tage lang die englische Seite nichts Neues. Während die englischsprachige Seite den Absturz mit einer gehörigen Prise Humor erklärt, beschränkt sich die deutsche auf das Wesentliche: Rybka 3 ist ab dem 4. August bei ChessBase erhältlich – wenn nicht der Shop abstürzt. Die Händlerliste hat ja leider noch nie gestimmt.
Man mag über den kommerziellen Charakter der ChessBase-Homepage streiten, doch findet der Schachfreund dort gewöhnlich die eine oder andere interessante Nachricht aus der Schachwelt. Eine Nachricht wiederholte sich in den letzten Monaten jedoch immer wieder: „Heute kein ChessBase TV“. Das scheint nun auch für den Internet-Auftritt zu gelten.
Seit vergangenem Mittwoch wurden keine neuen Nachrichten mehr eingestellt, obwohl mit ChessBase 10 und Rybka 3 doch eigentlich neue Produkte beworben werden müssten und in Poikowski immerhin ein nicht ganz unbedeutendes Turnier mit einem Kuriosum endete, nämlich vier Siegern. Zwischenzeitlich war die Seite nicht einmal erreichbar (client-seitige Probleme können nahezu ausgeschlossen werden). Bemerkenswerterweise hatte auch die englische Seite nach dem Turnierende in Sibirien nur noch über Rybka 3 zu berichten – vor inzwischen drei Tagen.
Sollten etwa alle ChessBase-Mitarbeiter angewiesen worden sein, nach cheatenden Großmeistern zu fahnden?
Alle Quartale wieder veröffentlicht die Fide die aktuelle Elo-Rangliste. Die Wahrscheinlichkeit, dass korrekte Listen veröffentlicht werden, dürfte wohl geringer sein als eine gleichzeitige Mond- und Sonnenfinsternis. Aus IT-Sicht erscheint es ohnehin schon fragwürdig, dass die Fide zwei Wochen vor dem Stichtag keine Wertungen mehr berücksichtigt. So findet sich daher Youngster Carlsen auf Platz 6 statt auf Platz 2, da Foros zu spät stattfand.
Man könnte glauben, diese Zeit würde genutzt, um korrekte Daten zusammenzustellen. Das ist leider mitnichten der Fall. Ruft man z.B. die aktuelle deutsche Rangliste auf, wird man mit den Ratings aus April konfrotiert.
Was ist peinlicher? Dass die Fide nicht in der Lage ist, Datenbanken zu betreiben? Oder dass Seiten wie ChessBase ohne Verifikation die April-Daten veröffentlichen und Daniel Fridman weiter als deutsche Nummer 1 zelebrieren? Solange man sich Gedanken über solche Basics machen muss, braucht man sich über Professionalität und bessere Vermarktung des Schachs wohl keine Gedanken machen.
Also, bitte, erbarme sich ein IT-Experte, der Fide die Grundzüge von Datenbanken und ein Journalist, Chessbase die Grundzüge ihres (vermeintlichen) Metiers beizubringen!