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Marktwertvernichtung

Mittwoch, 07. Juli 2010 von caissa

Wie ChessBase meldet, werden die etatmäßigen deutschen Nationalspieler nicht an der Schacholympiade in Chanty-Mansijsk stattfinden. Ein verzweifelter Aufruf Jan Gustafssons an potentielle Sponsoren scheint gescheitert. Nun scheinen die „Big Four“ (wenn man sie denn angesichts ihres bisherigen Abschneidens so nennen darf) auf die Olympiateilnahme und gleichzeitig auch das künftige Interesse von Sponsoren verzichten zu wollen.

Im Schnitt bot der Deutsche Schachbund den Aktiven wohl nur rund 3.000 € pro Kopf. Dies erschien den Nationalspielern zu wenig, da sie schließlich nicht nur zwei Wochen für das Turnier, sondern auch weitere zwei Wochen für die Vorbereitung einplanen müssten. Da besonders deutsche Schachspieler schon traditionell zu den Besserverdienern der Republik gehören, ist ein Monatsverdienst von 3.000 € natürlich als geradezu grotesk zurückzuweisen.

Natürlich muss sich ein deutscher Schachprofi seine Zeit sehr gut einteilen. Gerade parallel zur Schacholympiade winken den Nationalspielern nicht nur einige hochdotierte Turniere, sondern auch lukrative Sponsorentermine für zahlreiche Weltmarken, die schon seit Jahren darauf warten, ihren neuesten Hackbraten mit Fotos von Jan Gustafsson und Daniel Fridman aufwerten zu dürfen. Nun endlich scheint die rechte Zeit dafür gekommen zu sein.

So mancher beklagte sich jüngst über den Mangel an Turniereinladungen in Deutschland. Wer allerdings lieber mal vier Wochen Urlaub macht anstatt für – zugegeben nicht gerade viel – Geld die Farben des Landes zu vertreten, dass zumindest Sponsoren gegenüber als zur „erweiterten Weltspitze“ gehörend verkauft wird, dürfte sich künftig mit Einladungen schwer tun. Und das ist wohl auch gut so.

Der Schachbund sollte künftig generell auf diese Spieler verzichten, die scheinbar charakterlich und nachgewiesenermaßen sportlich bei Topveranstaltungen durchaus entbehrlich sind. Den vier Herren sei die Österreichische Bundesliga empfohlen. Es heißt, dort könne man für wenig Leistung vergleichsweise viel Geld verdienen. Die Vereine der Deutschen Bundesliga können auf solche Alibideutschen verzichten und besser ein paar ehrgeizige, siegeswillige ausländische Spieler verpflichten.

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Donnerstag, 25. Juni 2009 von caissa

Nach den mittlerweile üblichen Tumulten nach einer Saison, wer nun alles nicht in der Bundesliga spielen will, ist nun wieder der Alltag eingekehrt. Bei der Mitgliederversammlung ging es in erster Linie um die eigene Belobigung. Der Reformwille scheint spätestens mit der Einführung der obligatorischen Live-Übertragung erschöpft zu sein.

Es scheint aber auch weiterhin keinen klaren Weg zu geben, wohin die Bundesliga sich entwickeln will. Angesichts der vielen Verzichte auf Bundesligaplätze in den letzten Jahren, mag es auf der Hand liegen, die Teilnehmerzahl zu reduzieren, wie es z.B. Till Schelz-Brandeburg vorschlug. Das käme allerdings der Entscheidung für eine rein professionelle Liga gleich. Doch würden sich ein Dutzend rein professionelle Mannschaften finden? (weiterlesen…)

Durchwachsener Start

Dienstag, 17. Juni 2008 von caissa

Der Verein Schachbundesliga e.V. war 2007 gegründet worden, um die Vermarktung und Professonalität der Bundesliga zu verbessern. In der kommenden Saison ist die Bundesliga nun endlich flügge – formal jedenfalls. An dieser Stelle war kürzlich erst die Rede von der arg unprofessionellen Ausschreibung der Live-Übertragung. Nun wurden die Spielpläne der neuen Saison veröffentlicht, und auch die geben in Sachen Professionalität zu denken.

Till Schelz-Brandenburg ätzte bereits auf der Homepage des SV Werder Bremen über die Ansetzungen. Er hätte sich den (Fußball-)Kracher Werder Bremen gegen Bayern München zum Auftakt gewünscht, in der Hoffnung, damit ein größeres Medien- und Zuschauerinteresse zu erzielen.

Werder Bremen ist es aber auch, das den Spielplan kräftig durcheinander wirbelt. Da Werder seine Heimspiele in der Business-Lounge des Weserstadions austrägt, muss auf den Spielplan der Fußball-Bundesliga Rücksicht genommen werden. Daher behält sich die Bundesliga vor, die Heimspiele von Bremen mit denen des Reisepartners Emsdetten oder gar mit Hamburg zu tauschen.

Man hätte natürlich einfach die Veröffentlichung des Fußball-Spielplans abwarten können oder aber bei der Ansetzung der Spielwochenenden die fußballfreien Wochenenden in die Überlegungen einzubeziehen. So findet ein Werder-Heimwochende – wahrscheinlich eher – zufällig an einem fußballbundesligafreien Wochenende statt.  Nur das Wochenende 29/30.11. mit dem dann stattfindenden 15. Fußballspieltag kritisch. Kurioserweise überließ man es Emsdetten und Bremen mit seiner Partie auf den 28.11. auszuweichen.

Wollen wir hoffen, dass an den Brettern mehr nachgedacht wird als in den Büros.

Schach (in) den den Medien

Montag, 26. Mai 2008 von caissa

Wohl jeder Schachfreund hat sich mindestens einmal in seinem Leben bei einem Traum ertappt, meist vermutlich, nachdem man vor dem Zubettgehen beim Zappen noch ein paar packende Bilder eines viertklassigen Billardturniers im Sportfernsehen sah: Wäre es nicht schön, wenn wenigstens im Lokal- oder Spartenfernsehen ab und an Schachbilder gezeigt oder die Printmedien mehr als die übliche Taktikaufgabe auf Seite 28 veröffentlichen würden?

Oder wie wäre es, wenn das andere Geschlecht einen weniger als intellektuellen Sonderling denn als einen attraktiven Sportler sehen würde? Naja, ein schöner Traum wäre es ja auch schon, wenn genügend Mittel zur Verfügung stünden, um unter halbwegs gleichen Bedingungen spielen zu können wie jede E-Jugend eines Dorffußballvereins auf deren Bezirkssportanlage. (weiterlesen…)

Du bist Deutschland!

Montag, 14. April 2008 von caissa

WM und Olympia im eigenen Lande – welch bessere Gelegenheit gäbe es, das Schach als Breitensport in Deutschland populärer zu machen als in diesem Jahr? So machte sich jüngst „Chess Tiger“ Hans-Walter Schmitt öffentlich darüber Gedanken, wie man Schach als Sport für Zuschauer und Sponsoren attraktiver gestalten könne. Die sich daraus entwickelnde öffentliche „Schlammschlacht“ läßt selbst den für seine zuweilen sonderbare Ideen bekannten Fide-Präsidenten blass aussehen. (weiterlesen…)

 

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