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Iljumschinow offiziell nominiert

Dienstag, 29. Juni 2010 von caissa

Die Fide veröffentlichte heute die offizielle Kandidatenliste für die beim diesjährigen Kongress anstehenden Wahlen. Ebenfalls auf der Liste ist der amtierende Präsident Iljumschinow, dessen Kandidatur sich auf etwas zwielichtige Informationen aus Russland stützt. Dort tobt ein ein Machtkampf im Verband.

Etwas umständlich erklärt die Fide, der russische Verband habe am 28. Juni beschlossen, die im April vom Interimspräsidenten Dworkowitsch im Alleingang vorgenommene Nominierung zu bestätigen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die von Alexander Bach am 23. Juni versandte Aussage zur Nominierung nicht korrekt sei. Der russische Verband scheint weiterhin völlig zerrissen und de facto wohl nicht handlungsfähig.

Interessant dürfte sein, ob die RCF de jure handlungsfähig ist, ob also die Nominierung also korrekt ist. Die Fide verweist zwar darauf, dass Iljumschinow auch von Argentinien und Mexiko nominiert worden sei, doch müsste Iljumschinow dort geraume Zeit Verbandsmitglied sein, um nominiert werden zu dürfen. Die Fide hat – was natürlich zu erwarten war – die Nominierung durch den russischen Verband nicht in Frage gestellt, sondern offiziell zur Kenntnis genommen. Juristische Zweifel sind aber sicherlich angebracht und entsprechende Nachspiele sind sicher nicht abwegig.

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Deppen, Doping, Dubioses

Freitag, 18. Dezember 2009 von caissa

Geht es um Kuriositäten im Schach, böte sich Jahr für Jahr das organisatorische Chaos der Fide rund um die WM an. Doch es soll diesmal keine Rede von aufgeblähten Kandidatenturnieren oder Grand-Prix-Fiaskos sein, auch so gab es genug Kurioses zu berichten.

Die wahre Weltmeisterschaft findet ja ohnehin Ende des Jahres in Las Vegas statt. Der Amerikaner Varuzhan Akobian fordert den amtierenden Weltmeister Stan Vaughan heraus – nie gehört? Vaughan war der „offizielle Herausforderer“ von Weltmeister Bobby Fischer, nachdem dieser seinen Titel 1992 gegen Boris Spasski verteidigt hatte. Nach dem Tode Fischers ist Vaughan nun Weltmeister – das ist doch klar. (weiterlesen…)

WinWin – alle verlieren

Donnerstag, 27. August 2009 von caissa

Die Chesstigers sind insbesondere für ihre vorbildliche Organisation der jährlichen Chess Classic weltberühmt. Mit vielen Ideen und mutigen Innovationen wird die Schachwelt Jahr für Jahr bereichert. Doch dieses mal hat man zumindest in einem Punkt wohl mal den Mund zu voll genommen.

Kurz vor dem diesjährigen Turnier wurde von Chesstigers und Medienpartner Chessbase eine Medienaktion für private Websites ins Leben gerufen. Private Homepage-Betreiber sollten einen wie immer gearteten Artikel über die Chess Classic schreiben. Als Vorteil für die privaten Homepages wurde genannt, dass

„sich viele Besucher unserer CCM9-Veranstaltung [...] durch die interessanten Berichte wiederfinden würden“.

Dazu wurde auch noch eine Präminierung ausgelobt:

„Jeder eingereichte und verlinkt gelistete Bericht gewinnt einen Preis.“

Der Vorteil für die Chess Classic

„wäre es, dass wir nicht nur unser eigenes Bild, oder das der bekannten professionellen Seiten im Markt der Websites wiedergeben könnten, sondern durch eine Art Netzwerkbildung im Medienbereich genau wie bei den Vielfältigkeit bei Teilnehmern und Zuschauern, dies auch in der Berichterstattung wiederfinden würden.“ (weiterlesen…)

Zeitalter der Paranoia

Donnerstag, 05. März 2009 von caissa

Die Freechess-Einzelliga war erst wenige Stunden alt, da gab Marc Rüther seine beiden Partien gegen Jörg Schläger auf, weil er argwöhnte, sein Gegner hiesse Fritz. Gespielt war gerade ein Halbzug, beide Spieler waren bei Freechess zuvor nie aufeinander getroffen, Beweise für den Verdacht blieben (selbstverständlich) aus. Bei Freechess, einer der letzten Oasen des – zumindest per Agreement – engine-freien Schachs ist so eine unqualifizierte Aktion leider längst gang und gäbe.

Gerade weil die Engine-Nutzung eben nur per Agreement verboten ist, aber nicht aufwendig kontrolliert wird, fühlt sich mancher regelmäßig dazu berufen, Endlosdiskussionen und Generalverdächtigungen ohne jegliche faktische Substanz wiederzukäuen. (weiterlesen…)

Aliens, bitte kommen!

Dienstag, 02. Dezember 2008 von caissa

Nun mischt sich auch der König – Verzeihung: Präsident – der Fide in die Farce um Iwantschuks Urinprobe ein. Er soll harte Sanktionen für den Ukrainer gefordert haben, da Regeln nun einmal Regeln seien. Dieses Statement kann nur als bizarr bezeichnet werden, hatte die Fide doch erst vor wenigen Tagen das Regelwerk des laufenden WM-Zyklus umgeworfen und Iljumschinow seine persönliche Bürgschaft für das Kandidatenfinale einfach annulliert. (weiterlesen…)

Olympische Nasenringe

Dienstag, 02. Dezember 2008 von caissa

Zunächst nicht mehr als eine Randnotiz, schlägt Iwantschuks verweigerte Urinprobe nach der letzten Olympia nun doch erste Wellen. Die FAZ berichtet, Iwantschuk sei gar vor der Kontrolle “geflüchtet”. Nun steht die Fide vor dem Scheideweg: Gras wachsen oder zum dummen Ochsen machen lassen?

Stein des Anstoßes war die Nachbereitung des Matches Ukraine gegen USA, bei der Mitfavorit Ukraine um Wassyl Iwantschuk seine Medaillenchancen schmählich verspielte. Iwantschuk wurde zur Dopingprobe geladen, nahm diese aber nicht wahr. Ob bewusste Flucht oder Tüddeligkeit – eine Verweigerung kommt formal einer positiven Probe gleich. Demnach drohen dem Weltklassespieler nun zwei Jahre Doping-Sperre.

Eignete sich das Thema Doping und Schach bisher nur als akademisches Thema, dürfte es nun im Bewusstsein der Schachfreunde ankommen. Die Medien, bei denen Schach derzeit en vogue ist, werden den „Kampf gegen das Doping“ (Kritischer Bericht gleich neben der Schlagzeile „Unser Erik fährt in Grün“) nun wohl auf das Schach ausdehnen. Die von vielen Schachspielern oft gestellte Frage, wie um alles in der Welt man beim Schach dopen kann, dürfte eine mediale Antwort erhalten. Jeder Leser dürfte bald in der Lage sein, erste Experimente durchzuführen. (weiterlesen…)

 

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