In dieser Woche beinhaltet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein Interview mit Magnus Carlsen, das inzwischen auch online abrufbar ist. Neben der obligatorischen Frage, wieviele Züge er im Voraus berechne, beantwortet Carlsen auch Fragen zu seiner Intelligenz, Stärken und zur Zusammenarbeit mit Kasparow.
Die Frage, ob er ein schlampiges Genie sei, beantwortet Carlsen er sei kein Genie, aber vielleicht schlampig. Auch nachdem er die Nummer 1 der Welt geworden ist, scheint Carlsen erfrischend normal geblieben zu sein. Wie wichtig ihm dies ist, betont er auch im Interview. Ohne ein Leben neben dem Schach befürchtet er, Schach würde zur Obsession werden.
Landauf, landab wurde das Thema „Doping im Schach“ in den letzten Jahren ebenso umfassend wie kontrovers diskutiert. Insbesondere Funktioniäre legten großen Wert darauf, sich den Dopingrichtlinien zu unterwerfen, vorgeblich, um als olympische Disziplin auserkoren zu werden. Tatsächlich war das Thema der Sportförderung durch das Innenministerium zweifellos der wichtigere Grund. Gerade von dort gab es nun einen weiteren gehörigen Dämpfer.
Das Bundesinnenministerium veröffentlichte – nicht übertrieben zeitnah – den Anti-Doping-Bericht 2008. Von den 60 durch das Ministerium geförderteten Sportarten, wurden bei 19 Verbänden Verstöße gegen die Doping-Bekämpfung bemängelt. Verbunden mit diesem Vorwurf ist die Rückforderung bereits geflossener Fördergelder. Laut Deutschem Bundestag handelt es sich um bis zu 16% der Fördermittel.
Trotz der insbesondere von den Aktiven heftig kritisierten Doping-Bemühungen des Deutschen Schachbundes im Fahrwasser der Fide, schnitt gerade der DSB laut Spiegel Online besonders schlecht ab. Das Nachrichtenmagazin berichtet, dass der Schachbund die prozentual höchste Strafe aller Verbände aufgebrummt bekam. Hierbei handelt es sich also offenkundig um den einen schweren Fall, der vom Innenministerium bemängelt wurde.
Auch wenn der bemängelte Zeitraum mehr als ein Jahr zurück liegt, dürfte es den Schachfunktionären nun noch schwerer fallen, die Aktiven von der Notwendigkeit der Doping-Vermeidung zu überzeugen. Wie die entstehende Finanzlücke gestopft werden soll, dürfte auch zu den in nächster Zeit viel diskutierten Themen in Schachdeutschland gehören.
Interessant dürfte sein, inwieweit der DSB seine Anti-Doping-Bemühungen fortsetzt, sind doch vom Bundesinnenministerium in den nächsten Jahren – ganz unabhängig vom Anti-Doping-Bericht – wegen der fehlenden Eigenmotorik beim Schach ohnehin keine Förderungen mehr zu erwarten.
Von der Besetzung her ist das Amber Turnier in Nizza der Höhepunkt des Schachmonats März. Ab dem 13.3. treten hier u.a. Carlsen, Aronjan und Iwantschuk zum Schnell- und Blindschach an. Parallel dazu wird die Europameisterschaft in Rijeka gespielt, wo auch Plätze für die Frauen-WM und den World Cup ermittelt werden. Beginn ist am 5. März.
Ansonsten stehen in diesem Monat die Mannschaftsligen im Mittelpunkt. In Österreich fällt vom 27. bis 30. März die Entscheidung um den Titel. Dagegen wird in der Schweiz am 21.3. erst einmal die 2. Runde ausgespielt.
In der Bundesliga steht die vorletzte Doppelrunde an. Nach Baden-Badens Niederlage gegen Bremen freut sich Schachdeutschland über einen Dreikampf an der Spitze. Am 20. und 21.3. fallen aber sicherlich auch in Sachen Abstieg die ersten (Vor-)entscheidungen. Am 27. März steht außerdem noch das Viertelfinale des Deutschen Pokals auf dem Programm.
Die Frauen-Bundesliga geht im März gleich zweimal an die Bretter: am 13. und 14. stehen die Runden 8 und 9 auf dem Plan, zwei Wochen später fällt dann die Entscheidung um die Meisterschaft. Auch hier ist Baden-Badens Titelverteidigung noch lange nicht gesichert.