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Toleranz nur für Funktionäre

Sonntag, 29. November 2009 von caissa

Rauchen ist schädlich, das mussten heute auch die beiden Chinesen Wang Yue und Li Chao erfahren, die zu spät zur 2. Schnellschachpartie erschienen und genullt wurden. Wäre die Fide doch immer so „nulltolerant“.

Als die WM 2010 ausgeschrieben wurde, sollte es keine Kompromisse geben. Nur Bewerbungen, deren Finanzierung durch eine Bankbürgschaft gesichert wurden, sollten akzeptiert werden. Auf dem Fide-Kongress, dessen Ergebnisse immer noch nicht veröffentlicht wurde, beschloss man, die WM an die Heimat des Herausforderers zu vergeben.

Auch sechs Wochen später liegt eine Bürgschaft nicht vor, allerdings die Zusage der bulgarischen Regierung, das Angebot sei sicher. Für das Kandidatenfinale in Lemberg 2008, über das sich Topalow quaifizierte, hatte seinerzeit der Präsident der Fide und Kalmückiens die finanzielle Verantwortung übernommen – das Match fand schließlich 2009 für „kleines Geld“ in Sofia statt.

Inzwischen weiß man, dass Bulgarien keine finanzielle Verantwortung für die Veranstaltung übernimmt, sondern lediglich auf die Zuverlässigkeit seiner bulgarischen Landsleute verwies. Auch die Höhe des Preisgeldes scheint nicht ganz so sicher zu sein, wie man dies bei der Fide gerne glauben würde.

Vor allem aber muss wohl noch die eine oder andere Unsicherheit in bezug auf die Vermarktungsrechte ausgeräumt werden. Schließlich wollte die Fide mit der Firma Global Chess neue Maßstäbe bei der Schachvermarktung setzen. Gegenüber der UEP, die ihre Rechte nicht im gewünschten Umfang abgeben wollte, blieb die Fide „nulltolerant“, nun scheint man sich wieder auf etwas mehr Flexibilität zu besinnen.

Oder anders gesagt: Die Fide hält es mit der Toleranz weiterhin nach Belieben – Hauptsache, die Spieler spuren!

 

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