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Anand bleibt Weltmeister

Samstag, 27. Dezember 2008 von caissa

Der Höhepunkt des Schachjahres war zweifellos das mit Spannung erwartete WM-Match zwischen Weltmeister Viswanathan Anand und seinem Vorgänger Wladmir Kramnik. Wenn auch die WM nicht so spannend verlief wie erwartet, war sie dennoch unterhaltsam und schürte die Hoffnung, es würde nun nach langen Jahren wieder WM-Zyklen ohne Komplikationen geben. Doch diese Hoffnung war trügerisch.

Das Match zwischen Anand und Kramnik verlief geradezu einseitig. Wohl kaum jemand hatte damit gerechnet, dass Anand das Match so klar beherrschen würde. In seinen Schwarzpartien 3 und 5 schlug der Inder seinen Kontrahenten und legte mit Weiß in der 6. Partie gleich noch zur Drei-Punkte-Führung nach.

Auch wenn Kramnik danach stärker wurde und vielleicht bei Anand ein wenig die Konzentration verloren ging, war die WM entschieden. Immerhin konnte Kramnik die Höchststrafe, ohne Partiegewinn zu verlieren, in der 10. Partie noch abwenden. (weiterlesen…)

Dunkles Schweigen an den Tischen

Mittwoch, 24. Dezember 2008 von caissa

Weihnachten ist das Fest der Freude und der Familie. Doch vergessen wir zwischen Gänsen und Geschenken nicht die Familien, die an diesem Fest auf ihre Lieben verzichten müssen. Der erste Teil des Jahresrückblicks erinnert an die in diesem Jahr verstorbenen Schachfreunde.

Weltweites Aufsehen erregte Mitte Januar der Tod des früheren Weltmeisters Bobby Fischer. Wohl bei kaum einem Spieler lagen Genie und Wahnsinn so dicht nebeneinander. In Island, das dem langjährigen Flüchtling Asyl gewährte, fand Fischer seine letzte Ruhestätte und hoffentlich endlich seine Ruhe.

Besonders tragisch war der Tod Karen Asrjans, der im Alter von nur 28 Jahren plötzlich verstarb. Obschon er selbst wohl noch einen Notarzt informierte, kam für ihn jede Hilfe zu spät. Asrjan war 2006 mit Armenien Olympiasieger geworden. Den neuerlichen Triumph seiner Mannschaft erlebte er nicht mehr.

Doch noch näher gehen uns sicherlich die Tode im nahen Umfeld unserer „Freechess-Familie“. Innerhalb von nur wenigen Wochen waren drei Todesfälle zu beklagen. Die Fidelen Senioren traf es gleich zweimal: Kurz hintereinander verstarben Günter Frauenkron und Peter Knoll. Offenbar noch davor starb Rainer Haluschka von der Springergabel.

Mehr noch als uns werden diese Menschen nun ihren Familien und engen Freunden fehlen, nicht nur zu Weihnachten. Wir werden unsere Schachfreunde nie vergessen.

Kasperle spielt weiter

Montag, 15. Dezember 2008 von caissa

Ein am Rande des Grand Prix in Elista geführtes Interview mit dem „capo de tutti capi“ Iljumischinow veröffentlichte nun Chessbase.com. Hierin stellt dieser die in Dresden von der Fide-Generalversammlung getroffene Entscheidung für ein Kandidatenturnier in Frage. Darüber habe das Presidential Board der Fide zu entscheiden, was immerhin bedeutet, dass man sich seitens der Fide inzwischen über die Zuständigkeit der eigenen Gremien informiert hat.

Iljumschinow begründet im Interview auch die Auswahl der Nachrücker in der Grand-Prix-Serie, zumindest teilweise. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass jeder Spieler vier Turniere absolvieren solle, ohne jedoch zu erklären, wie dies zu bewerkstelligen sei.

Optimistisch ist Iljumschinow in bezug auf die Zukunft der Grand-Prix-Serie. Dabei ignoriert er allerdings, dass ein Großteil der Schachspieler wie -fans den klassichen Modus von Interzonen- und Kandidatenturnieren bevorzugt.

Aliens, bitte kommen!

Dienstag, 02. Dezember 2008 von caissa

Nun mischt sich auch der König – Verzeihung: Präsident – der Fide in die Farce um Iwantschuks Urinprobe ein. Er soll harte Sanktionen für den Ukrainer gefordert haben, da Regeln nun einmal Regeln seien. Dieses Statement kann nur als bizarr bezeichnet werden, hatte die Fide doch erst vor wenigen Tagen das Regelwerk des laufenden WM-Zyklus umgeworfen und Iljumschinow seine persönliche Bürgschaft für das Kandidatenfinale einfach annulliert. (weiterlesen…)

Olympische Nasenringe

Dienstag, 02. Dezember 2008 von caissa

Zunächst nicht mehr als eine Randnotiz, schlägt Iwantschuks verweigerte Urinprobe nach der letzten Olympia nun doch erste Wellen. Die FAZ berichtet, Iwantschuk sei gar vor der Kontrolle “geflüchtet”. Nun steht die Fide vor dem Scheideweg: Gras wachsen oder zum dummen Ochsen machen lassen?

Stein des Anstoßes war die Nachbereitung des Matches Ukraine gegen USA, bei der Mitfavorit Ukraine um Wassyl Iwantschuk seine Medaillenchancen schmählich verspielte. Iwantschuk wurde zur Dopingprobe geladen, nahm diese aber nicht wahr. Ob bewusste Flucht oder Tüddeligkeit – eine Verweigerung kommt formal einer positiven Probe gleich. Demnach drohen dem Weltklassespieler nun zwei Jahre Doping-Sperre.

Eignete sich das Thema Doping und Schach bisher nur als akademisches Thema, dürfte es nun im Bewusstsein der Schachfreunde ankommen. Die Medien, bei denen Schach derzeit en vogue ist, werden den „Kampf gegen das Doping“ (Kritischer Bericht gleich neben der Schlagzeile „Unser Erik fährt in Grün“) nun wohl auf das Schach ausdehnen. Die von vielen Schachspielern oft gestellte Frage, wie um alles in der Welt man beim Schach dopen kann, dürfte eine mediale Antwort erhalten. Jeder Leser dürfte bald in der Lage sein, erste Experimente durchzuführen. (weiterlesen…)

 

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