Gut zwei Wochen lang hat das Fernsehvolk nun die Olympischen Spiele in Peking verfolgt, vermutlich auch jene, die noch vor Monaten einen Boykott der Spiele verlangten, um ihre Solidarität mit den Tibetern zum demonstrieren. Doch kehren wir vor unserer eigenen Tür und erfreuen uns an „unserem“ mehrminütigen Auftritt im ZDF-Fernsehgarten. Dabei sein ist eben alles, und wenn schon nicht bei Olympia, dann wenigstens beim Trash-TV. (weiterlesen…)
Fide-Präsident Illjumschinow hat gesprochen: Er, der rein zufällig Präsident der Fide und Kalmückiens ist, wo Jahr für Jahr – vermutlich aufgrund der zentralen Lage – Schachereignisse stattfinden, appellierte jüngst an die georgischen Teilnehmerinnen der Frauen-WM, Politik und Sport nicht zu vermischen. Wer sonst könnte für diesen Appell wohl berufener sein, solange George Bush nicht bei Olympia antritt? Nun sieht es leider so aus, als wenn die lang überfällige Frauen-WM zur Farce würde.
Die immerhin sechs georgischen Teilnehmerinnen der WM hatten sich in einem offenen Brief dafür eingesetzt, die WM aus dem Krisengebiet an einen anderen Ort zu verlegen. Zwar ist der Kaukasus schon seit geraumer Zeit als Wiege des Weltfriedens nicht unbedingt berüchtigt, doch überrascht es nicht, dass georgische Spielerinnen just nach der gescheiterten Offensive ihres Heimatlandes gegen abtrünnige Völker Sicherheitsbedenken gegen den Austragungsort anmelden. (weiterlesen…)

Tarrasch und Lasker bei der WM 1908
Ein Kunstmuseum direkt am Rhein: Zwei Spitzenspieler sitzen sich am Brett gegenüber, um den Weltmeister zu ermitteln. So wird es in zwei Monaten in Bonn sein, so war es heute vor 100 Jahren schon, als die erste Schach-WM in Deutschland begann. Siegbert Tarrasch forderte seinen Landsmann Emanuel Lasker heraus, um ihm den Titel zu entreissen.
Es war das erste und bisher letzte Mal, dass sich zwei Deutsche im Kampf um den Titel gegenüber sassen. Deutschland als Austragungsort lag also nahe. Und da der Düsseldorfer SV im August den DSB-Kongress ausrichtete, lag es ebenso nahe, die Weltmeisterschaft darin zu integrieren – zumindest den ersten Teil. So wurden vom 17. bis 24. August 1908 die ersten vier Partien zwischen Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch im Düsseldorfer Kunstpalast ausgetragen, heute Teil des museum kunst palast direkt an der Oberkasseler Brücke über den Rhein. (weiterlesen…)
Wer sich noch darüber wundern mag, warum viele Schachfreunde ChessBase oder Nichtschachspieler gegenüber Schachfreunden voreingenommen eingestellt sind, braucht sich nur die immer wieder kehrenden Possen rund um ChessBase – von vielen wohl empfunden als das Microsoft des Schachs – durchzulesen. Gäbe es den Film „Und täglich grüsst das Murmeltier“ nicht schon, wäre Holger L. wohl nicht nur auf „seinem“ Server der Hauptdarsteller.
Mancher mag es als wohltuend empfinden, dass es noch Konstanten im Leben gibt. Eine davon ist die immer wiederkehrende Nachricht „Heute kein ChessBase TV“. Die einzelnen Folgen dieser Sitcom unterscheiden sich in den Begründungen, die durchaus einen noch höheren Unterhaltungswert haben als die für den mehrtägigen Absturz, an dem viele schuld hatten, nur niemand von ChessBase. (weiterlesen…)