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caissa wird langsam flügge

Donnerstag, 24. Dezember 2009 von caissa

Im September waren zwei Jahre vergangen, seitdem caissa den Regelbetrieb mit dem Ziel aufgenommen hatte, insbesondere (noch) nicht organisierten Schachfreunden Schach schmackhaft zu machen und mit Informationen zu versorgen. Wie in solch jungem Alter üblich, hat sich auch in diesem Jahr einiges getan.

Die wichtigste Änderung war sicherlich die Auslagerung der Chronik auf eine eigene Homepage. Hierdurch konnten die zahllosen historischen Ereignisse vom aktuellen Geschehen getrennt und die Inhalte beider Seiten übersichtlicher gestaltet werden. Damit verbunden war auch der Umzug beider Seiten auf einen neuen, leistungsfähigeren Server. (weiterlesen…)

Kramnik verlor nur einmal

Sonntag, 20. Dezember 2009 von caissa

Magnus Carlsen ist in aller Munde, selbst außerhalb der Schachwelt. Als jüngster Spieler aller Zeiten erklomm er die Spitze der Weltrangliste – Grund genug, um ihm einen eigenen Jahresrückblick zu widmen. Doch nicht nur Carlsen ist einer der Gewinner des Jahres.

Im Carlsen-Hype geht Wladimir Kramnik ganz zu unrecht ein wenig unter. Nach der Geburt seiner Tochter Ende 2008 nahm sich Kramnik zunächst einmal eine Auszeit, die er aber wohl nicht ausschließlich seiner Familie widmete. Erst im zweiten Halbjahr kehrte Kramnik in die Arena zurück. Sein insgesamt neunter Sieg in Dortmund überraschte kaum, auch, dass er dabei ungeschlagen blieb nicht. Die Dortmunder Schachtage kommen dem Russen und seinem remisträchtigen Spiel eben sehr entgegen. Doch weit gefehlt: Kramnik überraschte die Schachwelt in diesem Jahr mit für ihn ungewohnt offensivem Spiel selbst mit schwarzen Steinen. (weiterlesen…)

Carlsen, der Große

Samstag, 19. Dezember 2009 von caissa

Vor knapp drei Wochen wurde Magnus Carlsen 19 Jahre alt, in knapp zwei Wochen wird er als die Jüngste Nummer Eins aller Zeiten die Weltrangliste anführen. Nur Topalow und Carlsens neuer Trainer Kasparow erzielten je ein höheres Rating.

Darüber, ob Magnus Carlsen seinen Vornamen in Anlehnung an Carolus Magnus, also Karl, den Großen, bekam, darf man trefflich streiten, wenn man mag. Unstrittig ist dagegen schon lange, dass es sich um das vielleicht größte Schachtalent aller Zeiten handelt. Schon 2004, nach seinem grandiosen Sieg beim C-Turnier in Wijk aan Zee, bezeichnete ihn Altmeister Lubomir Kavalek als “Mozart des Schachs”.

Mit 13 war er Großmeister, mit 15 knackte er die 2600er-Elo und gelangte in die Top 100 der Welt. Mit 16 wurde er Super-GM und schaffte fast schon den Sprung zur WM 2007, scheiterte aber im Stechen an Lewon Aronjan. Mit 17 gewann er seine ersten Topturniere und stürmte in die Top Ten, in der er nun seit April 2008 geführt wird.

Deppen, Doping, Dubioses

Freitag, 18. Dezember 2009 von caissa

Geht es um Kuriositäten im Schach, böte sich Jahr für Jahr das organisatorische Chaos der Fide rund um die WM an. Doch es soll diesmal keine Rede von aufgeblähten Kandidatenturnieren oder Grand-Prix-Fiaskos sein, auch so gab es genug Kurioses zu berichten.

Die wahre Weltmeisterschaft findet ja ohnehin Ende des Jahres in Las Vegas statt. Der Amerikaner Varuzhan Akobian fordert den amtierenden Weltmeister Stan Vaughan heraus – nie gehört? Vaughan war der „offizielle Herausforderer“ von Weltmeister Bobby Fischer, nachdem dieser seinen Titel 1992 gegen Boris Spasski verteidigt hatte. Nach dem Tode Fischers ist Vaughan nun Weltmeister – das ist doch klar. (weiterlesen…)

Drei Hochzeiten und ein Baby

Donnerstag, 17. Dezember 2009 von caissa

Ein Jahr ohne die ganz großen Schachereignisse wie WM oder Olympiade geht zu Ende. In den nächsten Tagen wird caissa daher auf verschiedene Blickwinkel des Schachjahres 2009 zurück blicken. Auch wenn es in diesem Jahr keine Olympiade gab, waren die Folgen zu bewundern.

Natürlich haben sich nicht alle prominenten Schachpaare des Jahres bei einer Schacholympiade kennen gelernt, doch dürfte diese auch auf lange Sicht die beste Kontaktbörse für Schachspieler und -spielerinnen bleiben.

Drei prominente Eheschließungen gab es in diesem Jahr zu feiern. Den Auftakt machten der französische Großmeister Robert Fontaine (29) und die Ukrainerin Kateryna Lahno (19). Die beiden gaben sich am 25. Februar das Ja-Wort. Es war die einzige Hochzeit des Jahres zweier Großmeister. Fontaine wird sich anstrengen müssen, am Brett gegen seine Gattin die Oberhand zu behalten.

In diesem Punkt hat es Pawel Eljanow (26) wohl etwas einfacher. Er ehelichte am 11. April Olena Dvoretska. Die attraktive Ukrainerin ist als WIM etwa 600 Elo-Punkte unterhalb von Eljanow angesiedelt.

Ebenso eilig wie die derzeit beste ukrainische Spielerin hatte es mit der Ehe auch das größte ukrainische Talent. Auch Serhij Karjakin – der allerdings in Zukunft für Russland spielt – traute sich. Der ebenfalls 19-jährige heiratete die ein Jahr ältere WIM Kateryna Dolzhikova am 24. Juli.

Das Baby des Jahres wurde zwar schon am 28. Dezember 2008 geboren, wirkte sich aber auf das Schachjahr massiv aus. Papa Wladimir Kramnik nahm sich für seine Tochter eine mehrmonatige Auszeit vom Schach und kehrte im Sommer eindrucksvoll zurück. Doch von den Topspielern des Jahres soll ein andernmal die Rede sein.

Anand bleibt Weltmeister

Samstag, 27. Dezember 2008 von caissa

Der Höhepunkt des Schachjahres war zweifellos das mit Spannung erwartete WM-Match zwischen Weltmeister Viswanathan Anand und seinem Vorgänger Wladmir Kramnik. Wenn auch die WM nicht so spannend verlief wie erwartet, war sie dennoch unterhaltsam und schürte die Hoffnung, es würde nun nach langen Jahren wieder WM-Zyklen ohne Komplikationen geben. Doch diese Hoffnung war trügerisch.

Das Match zwischen Anand und Kramnik verlief geradezu einseitig. Wohl kaum jemand hatte damit gerechnet, dass Anand das Match so klar beherrschen würde. In seinen Schwarzpartien 3 und 5 schlug der Inder seinen Kontrahenten und legte mit Weiß in der 6. Partie gleich noch zur Drei-Punkte-Führung nach.

Auch wenn Kramnik danach stärker wurde und vielleicht bei Anand ein wenig die Konzentration verloren ging, war die WM entschieden. Immerhin konnte Kramnik die Höchststrafe, ohne Partiegewinn zu verlieren, in der 10. Partie noch abwenden. (weiterlesen…)

 

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