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Laskers Last-Minute-Sieg

Donnerstag, 07. Januar 2010 von caissa

Heute vor 100 Jahren begann in Wien das Weltmeisterschafts-Match zwischen Titelverteidiger Emanuel Lasker und seinem österreichischen Herausforderer Carl Schlechter. Erst in der letzten von zehn Partien konnte Lasker seinen einzigen, entscheidenen Sieg zur Titelverteidigung einfahren.

Zehn Jahre lang hatte Emanuel Lasker seinen Titel nicht verteidigt, bevor er zwischen 1907 und 1910 gleich vier Herausforderungen annahm. Als Carl Schlechter und er am 7. Januar 1910 in Wien zur ersten Partie ans Brett gingen, steuerte Europa bereits auf den Weltkrieg zu. 1908 hatte Kaiser Wilhelm mit der Daily-Telegraph-Affäre für Empörung gesorgt, 1909 war Theobald von Bethmann Hollweg zum Reichskanzler ernannt worden, der durch seine Aktionen während der Juli-Krise 1914 wesentlich zum Ausbruch des Weltkrieges beitrug. (weiterlesen…)

Zwei WM zum Preis von einer

Samstag, 06. September 2008 von caissa

Heute vor 15 Jahren wurde die Spaltung der Schachwelten manifestiert. Einen Tag vor dem WM-Match zwischen Garri Kasparow und Nigel Short startete in der Niederlande die Weltmeisterschaft der Fide. Das Medieninteresse galt aber eindeutig der damals schon als „wahren Weltmeisterschaft“ empfundenen in London, so dass kaum jemand das Match zwischen Karpow und Timman beachtete, und dass, obwohl es schon bei der Eröffnung eine erste kuriose Panne gegeben hatte: Das Feuerwerk hatte eine Fahne zum brennen gebracht.

Doch wie war es zu dieser Doppel-WM gekommen? Nachdem Nigel Short sich die Kandidatur verdient hatte, gab die Fide Manchester als Austragungsort der WM bekannt. Short und Kasparow waren aber mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, da sie zu wenig in den Findungsprozess eingebunden waren und das Ausschreibungsverfahren bemängelten. Vor allem aber waren sie mit dem avisierten Preisgeld nicht einverstanden, von dem zudem ein großer Anteil an die Fide gehen sollte. Schließlich gaben Short und Kasparow bekannt, dass sie ihren Titel nicht unter der Ägide der Fide ausspielen würden.

Tarrasch bemängelt Luft am Rhein

Samstag, 16. August 2008 von caissa

Ein Kunstmuseum direkt am Rhein: Zwei Spitzenspieler sitzen sich am Brett gegenüber, um den Weltmeister zu ermitteln. So wird es in zwei Monaten in Bonn sein, so war es heute vor 100 Jahren schon, als die erste Schach-WM in Deutschland begann. Siegbert Tarrasch forderte seinen Landsmann Emanuel Lasker heraus, um ihm den Titel zu entreissen.

Es war das erste und bisher letzte Mal, dass sich zwei Deutsche im Kampf um den Titel gegenüber sassen. Deutschland als Austragungsort lag also nahe. Und da der Düsseldorfer SV im August den DSB-Kongress ausrichtete, lag es ebenso nahe, die Weltmeisterschaft darin zu integrieren – zumindest den ersten Teil. So wurden vom 17. bis 24. August 1908 die ersten vier Partien zwischen Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch im Düsseldorfer Kunstpalast ausgetragen, heute Teil des museum kunst palast direkt an der Oberkasseler Brücke über den Rhein. (weiterlesen…)

Die Dreipäpste-WM

Dienstag, 22. Juli 2008 von caissa

Vor genau 30 Jahren spielten Anatoli Karpow und Viktor Kortschnoi auf den Philippinen um den Weltmeistertitel. Ohne dieses Match hätte es caissa wohl nie gegeben. Damals wurde die WM noch auf dem „3. Programm“ im Fernsehen ausgestrahlt. Und obwohl ich vermutlich nicht ein Zehntel von dem verstand, was dort passierte, war ein neuer Schachfreund geboren.

Nachdem Karpow 1975 zum Weltmeister erklärt worden war, wollte er nun am Brett beweisen, dass er der weltbeste Schachspieler sei. Sein Gegner war ausgerechnet Viktor Kortschnoi, der sich im Juli 1976 in der Niederlande abgesetzt hatte und nun der Sowjetunion nicht mehr genehm war. (weiterlesen…)

100. Todestag Michail Tschigorins

Freitag, 25. Januar 2008 von caissa

Heute vor 100 Jahren starb in Lublin Michail Tschigorin im Alter von nur 57 Jahren. Tschigorin, der selbst erst als Jugendlicher mit dem Schach begann, gilt als Vorläufer der sowjetischen Schachschule. Durch seine Vorträge und Veröffentlichungen trug er auch viel zur Popularisierung des Schachs in Rußland bei. Zweimal, 1889 und 1892, war er Herausforderer des Weltmeisters William Steinitz, verlor aber beide Matches.

Siegreich war Tschigorin dagegen bei den telegrafischen Partien gegen Steinitz, bei dem die beiden eröffnungstheoretische Gegensätze ausfochten. Im Zuge dieser Partien soll Steinitz wegen der Schachnotationen in den USA der Spionage verdächtigt worden sein.

Kasparow wird Weltmeister

Donnerstag, 08. November 2007 von caissa

Für die Deutschen gehörte der 9.11. schon vor dem Mauerfall zu einem wichtigen Tag der Geschichte. Doch auch Schachgeschichte wurde an diesem Tag geschrieben: Heute vor 22 Jahren gewann der damals erst 22-jährige Garri Kimowitsch Kasparow in Partie 24 der Moskauer Weltmeisterschaft das fünfte Spiel und damit den Weltmeistertitel.

Zuvor hatte Karpow nach fünf Partien mit 2:1 geführt, dann aber nur noch einmal gewonnen. Im Frühjahr waren der Titelverteidiger und der Herausforderer nach 48 Partien, die ebenfalls in Moskau ausgetragen wurden, ergebnislos auseinander gegangen. Karpow war zuletzt immer müder erschienen und hatte die letzten zwei Partien verloren, als man sich entschied, den Wettkampf abzubrechen.

 

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