Von der Besetzung her ist das Amber Turnier in Nizza der Höhepunkt des Schachmonats März. Ab dem 13.3. treten hier u.a. Carlsen, Aronjan und Iwantschuk zum Schnell- und Blindschach an. Parallel dazu wird die Europameisterschaft in Rijeka gespielt, wo auch Plätze für die Frauen-WM und den World Cup ermittelt werden. Beginn ist am 5. März.
Ansonsten stehen in diesem Monat die Mannschaftsligen im Mittelpunkt. In Österreich fällt vom 27. bis 30. März die Entscheidung um den Titel. Dagegen wird in der Schweiz am 21.3. erst einmal die 2. Runde ausgespielt.
In der Bundesliga steht die vorletzte Doppelrunde an. Nach Baden-Badens Niederlage gegen Bremen freut sich Schachdeutschland über einen Dreikampf an der Spitze. Am 20. und 21.3. fallen aber sicherlich auch in Sachen Abstieg die ersten (Vor-)entscheidungen. Am 27. März steht außerdem noch das Viertelfinale des Deutschen Pokals auf dem Programm.
Die Frauen-Bundesliga geht im März gleich zweimal an die Bretter: am 13. und 14. stehen die Runden 8 und 9 auf dem Plan, zwei Wochen später fällt dann die Entscheidung um die Meisterschaft. Auch hier ist Baden-Badens Titelverteidigung noch lange nicht gesichert.
Heute vor 100 Jahren begann in Wien das Weltmeisterschafts-Match zwischen Titelverteidiger Emanuel Lasker und seinem österreichischen Herausforderer Carl Schlechter. Erst in der letzten von zehn Partien konnte Lasker seinen einzigen, entscheidenen Sieg zur Titelverteidigung einfahren.
Zehn Jahre lang hatte Emanuel Lasker seinen Titel nicht verteidigt, bevor er zwischen 1907 und 1910 gleich vier Herausforderungen annahm. Als Carl Schlechter und er am 7. Januar 1910 in Wien zur ersten Partie ans Brett gingen, steuerte Europa bereits auf den Weltkrieg zu. 1908 hatte Kaiser Wilhelm mit der Daily-Telegraph-Affäre für Empörung gesorgt, 1909 war Theobald von Bethmann Hollweg zum Reichskanzler ernannt worden, der durch seine Aktionen während der Juli-Krise 1914 wesentlich zum Ausbruch des Weltkrieges beitrug. (weiterlesen…)
Im Januar startet das neue Schachjahr gleich mit einigen Attraktionen. Dazu gehört natürlich traditionell das Corus Chess Tournament in Wijk aan Zee, das am dritten Januar-Wochenende startet. Die verspätete Mannschafts-WM in Bursa ist ab dem 5. Januar ein weiteres Top-Ereignis. Eine Übersicht über alle wichtigen Termine bietet ab sofort caissa.
Gleich am 5. Januar startet im westtürkischen Bursa die Mannschafts-Weltmeisterschaft. Russland ist wie so oft favorisiert, musste aber kurzfristig auf Sergei Karjakin verzichten. Die Chinesen verzichteten ebenso kurzfristig auf ihre Teilnahme und werden durch Indien ersetzt.
In Wijk aan Zee verteidigt Sergei Karjakin seinen Titel u.a. gegen Kramnik, Iwantschuk und Anand. Für den Inder wird es das letzte große Turnier vor der WM sein, so dass mit einem guten Abschneiden wohl kaum zu rechnen ist. Die Tricks und Neuerungen spart sich der Weltmeister sicherlich für Topalow auf.
Auch wenn die deutsche Bundesliga lange Winterpause macht, muss auf Vereinsschach nicht verzichtet werden. Die erste Runde im DSB-Pokal wird am 16. Januar ausgespielt. Am 17.1. spielt die Frauen-Bundesliga. Eine Woche später gehen die 2. Ligen wieder an die Bretter. Volles Programm wird auch in Österreich gespielt. Vom 14. bis 17. Dezember fallen vielleicht schon die ersten Vorentscheidungen in der österreichischen Bundesliga.
Im September waren zwei Jahre vergangen, seitdem caissa den Regelbetrieb mit dem Ziel aufgenommen hatte, insbesondere (noch) nicht organisierten Schachfreunden Schach schmackhaft zu machen und mit Informationen zu versorgen. Wie in solch jungem Alter üblich, hat sich auch in diesem Jahr einiges getan.
Die wichtigste Änderung war sicherlich die Auslagerung der Chronik auf eine eigene Homepage. Hierdurch konnten die zahllosen historischen Ereignisse vom aktuellen Geschehen getrennt und die Inhalte beider Seiten übersichtlicher gestaltet werden. Damit verbunden war auch der Umzug beider Seiten auf einen neuen, leistungsfähigeren Server. (weiterlesen…)
Magnus Carlsen ist in aller Munde, selbst außerhalb der Schachwelt. Als jüngster Spieler aller Zeiten erklomm er die Spitze der Weltrangliste – Grund genug, um ihm einen eigenen Jahresrückblick zu widmen. Doch nicht nur Carlsen ist einer der Gewinner des Jahres.
Im Carlsen-Hype geht Wladimir Kramnik ganz zu unrecht ein wenig unter. Nach der Geburt seiner Tochter Ende 2008 nahm sich Kramnik zunächst einmal eine Auszeit, die er aber wohl nicht ausschließlich seiner Familie widmete. Erst im zweiten Halbjahr kehrte Kramnik in die Arena zurück. Sein insgesamt neunter Sieg in Dortmund überraschte kaum, auch, dass er dabei ungeschlagen blieb nicht. Die Dortmunder Schachtage kommen dem Russen und seinem remisträchtigen Spiel eben sehr entgegen. Doch weit gefehlt: Kramnik überraschte die Schachwelt in diesem Jahr mit für ihn ungewohnt offensivem Spiel selbst mit schwarzen Steinen. (weiterlesen…)
Vor knapp drei Wochen wurde Magnus Carlsen 19 Jahre alt, in knapp zwei Wochen wird er als die Jüngste Nummer Eins aller Zeiten die Weltrangliste anführen. Nur Topalow und Carlsens neuer Trainer Kasparow erzielten je ein höheres Rating.
Darüber, ob Magnus Carlsen seinen Vornamen in Anlehnung an Carolus Magnus, also Karl, den Großen, bekam, darf man trefflich streiten, wenn man mag. Unstrittig ist dagegen schon lange, dass es sich um das vielleicht größte Schachtalent aller Zeiten handelt. Schon 2004, nach seinem grandiosen Sieg beim C-Turnier in Wijk aan Zee, bezeichnete ihn Altmeister Lubomir Kavalek als “Mozart des Schachs”.
Mit 13 war er Großmeister, mit 15 knackte er die 2600er-Elo und gelangte in die Top 100 der Welt. Mit 16 wurde er Super-GM und schaffte fast schon den Sprung zur WM 2007, scheiterte aber im Stechen an Lewon Aronjan. Mit 17 gewann er seine ersten Topturniere und stürmte in die Top Ten, in der er nun seit April 2008 geführt wird.