Pat(t)zer@Work

Machtkampf in den Medien

Freitag, 21. Mai 2010 von caissa

Obwohl die Wahlen erst in einigen Monaten stattfinden, nimmt die Berichterstattung darüber auch in Medien außerhalb des Schachs zunehmend Fahrt auf. So berichtet heute Spiegel Online unter dem Titel „Angriff auf das angebliche Alien-Opfer“ über den Kampf um die Fide-Präsidentschaft. Zwar sieht sich Iljumschinow selbst nicht als Opfer der Außerirdischen, sondern als ihr Gast, wohl aber scheint er schon jetzt als Opfer einer Kampagne zu sehen.

Für viel Wirbel hatte die Sitzung der Russichen Schachföderation gesorgt, in der Karpow unter sehr umstrittenenen Umständen zum russischen Kandidaten auf die Fide-Präsidentschaft gekürt wurde. Verschiede russische Medient hatten darüber ausführlich berichtet.

Präsident Iljumschinow reagierte einmal mehr dünnhäutig und schrieb einen Tag später einen offenen Brief mit durchaus fragwürdigen „Fakten“. Offensichtlich scheint Iljumschinow die Bedrohung seines Amtes diesmal ernst zu nehmen. Dabei hatte er seiner Wahrsagerin zufolge eigentlich zur zwei Amtsperioden als Fide-Präsident vor sich.

Während der Spiegel über die Herkunft von Iljumschinows Vermögen spekuliert, hat sich die Presse noch nicht der Vermögensverhältnisse des Herausforderers angenommen. Vielleicht werden wir hier noch zu lesen bekommen, ob und unter welchen Umständen Anatoli Karpow zum Milliardär wurde. Dann könnte auch darüber spekuliert werden, wer im Zweifel mehr Stimmen kaufen kann.

Vom Interview im russischen Fernsehen, in dem Iljumschinow einmal mehr über seine Entführung spricht, ist übrigens auf YouTube mit deutschen Untertiteln zu sehen.

„Schlampig? Vielleicht.“

Freitag, 19. März 2010 von caissa

In dieser Woche beinhaltet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein Interview mit Magnus Carlsen, das inzwischen auch online abrufbar ist. Neben der obligatorischen Frage, wieviele Züge er im Voraus berechne, beantwortet Carlsen auch Fragen zu seiner Intelligenz, Stärken und zur Zusammenarbeit mit Kasparow.

Die Frage, ob er ein schlampiges Genie sei, beantwortet Carlsen er sei kein Genie, aber vielleicht schlampig. Auch nachdem er die Nummer 1 der Welt geworden ist, scheint Carlsen erfrischend normal geblieben zu sein. Wie wichtig ihm dies ist, betont er auch im Interview. Ohne ein Leben neben dem Schach befürchtet er, Schach würde zur Obsession werden.

Anand im Spiegel-Interview

Dienstag, 29. September 2009 von caissa

Das Hamburger Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” veröffentlichte in seiner aktuellen Ausgabe ein Interview mit dem amtierenden Weltmeister Viswanathan Anand. Darin äußert sich der Inder natürlich vor allem über seine Vorbereitung auf die anstehende WM gegen Wladimir Kramnik, aber auch zu Magnus Carlsen als potentieller Nachfolger und Sekundant. Das Interview kannst Du auf Spiegel Online lesen.

Berauschtes Spiel von Tkachiev

Donnerstag, 09. April 2009 von caissa

Beim Open im indischen Kolkata fand Ex-Europameister Vladislav Tkachiev einen ungewöhnlichen Weg, seine Partie zu verlieren. Wie indische Medien berichten, erschien der Franzose volltrunken am Brett und schlief dort dann seinen Rausch aus.

Es gelang nicht, Tkachiev vor der Zeitkontrolle zu wecken. Vom Schiedsrichter erhielt er eine 0 und eine Verwarnung, darf aber weiterspielen.

Carlsen wird zum Wunder

Montag, 08. September 2008 von caissa

Oft beklagt die Schachwelt ihre mangelnde Medienpräsenz. Nun widmedeten nacheinander der Tagesspiegel und Spiegel Online dem norwegischen „Wunderkind“ Magnus Carlsen Artikel. Der grundsätzlich schöne Erfolg zeigt jedoch, dass die Pressereferenten unseres Sports noch viel Arbeit vor der Brust haben. Der Tagesspiegel berichtet, dass Carlsen in dieser Woche in Bilbao der jüngste Schachweltmeister aller Zeiten werden kann, der Spiegel macht Carlsen schon einmal zum Weltranglistenersten.

Der letzte Woche im Tagesspiegel erschienene Artikel spricht nicht nur für eine gewisse Orientierungslosigkeit der Redaktion, sondern auch für deren Desinteresse. Immerhin weiss der Tagesspiegel-Leser nun, dass aus Kindern, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen, Weltmeister werden können – selbst wenn sie gar nicht bei einer WM spielen.

Der Spiegel – einst für seine erstklassigen Recherchen berühmt, in manchen Kreisen sogar berüchtigt – verkündete heute in seiner Online-Ausgabe, dass Carlsen am Wochenende die Spitze der Weltrangliste erobert habe, und diese Position nur noch bis zum 1. Oktober halten müsse, damit sie von offizieller Seite anerkannt wird.“ Der Hype um tagesaktuelle Wertungszahlen hat nun also auch den Spiegel erfasst. Im Kontrast dazu wurde der amerikanische Präsidentschaftskandidat MacCain noch nicht als Präsident verkündet, der im November nur noch bestätigt werden muss, obwohl dieser in den Meinungsumfragen die Führung übernommen hat.

It’s not a bug?!

Sonntag, 27. Juli 2008 von caissa

Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich ziemlich aufgeregt und nervös auf  mein erstes Chessbase wartete. Irgendwann lag es dann im Briefkasten und flugs wurde das Paket aufgerissen und die Diskette in den Rechner geschoben. Während man es sich mit einer Tasse Kaffee vor dem PC gemütlich machte, installierte sich das Chessbaseprogramm automatisch, und voller Vorfreude inspizierte man das mitgelieferte Handbuch. War die Installation dann abgeschlossen, kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus, tausende von Partien ließen sich mühelos verwalten, nachspielen und editieren. Die Jahre vergingen und das Programm wurde stetig weiterentwickelt und verbessert, Chessbase wurde zu einer mächtigen Waffe der häuslichen Vorbereitung führender Topgroßmeister. (weiterlesen…)

 

© caissa – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun) – Du bist der . caissa-Besucher.Counter