Landauf, landab wurde das Thema „Doping im Schach“ in den letzten Jahren ebenso umfassend wie kontrovers diskutiert. Insbesondere Funktioniäre legten großen Wert darauf, sich den Dopingrichtlinien zu unterwerfen, vorgeblich, um als olympische Disziplin auserkoren zu werden. Tatsächlich war das Thema der Sportförderung durch das Innenministerium zweifellos der wichtigere Grund. Gerade von dort gab es nun einen weiteren gehörigen Dämpfer.
Das Bundesinnenministerium veröffentlichte – nicht übertrieben zeitnah – den Anti-Doping-Bericht 2008. Von den 60 durch das Ministerium geförderteten Sportarten, wurden bei 19 Verbänden Verstöße gegen die Doping-Bekämpfung bemängelt. Verbunden mit diesem Vorwurf ist die Rückforderung bereits geflossener Fördergelder. Laut Deutschem Bundestag handelt es sich um bis zu 16% der Fördermittel.
Trotz der insbesondere von den Aktiven heftig kritisierten Doping-Bemühungen des Deutschen Schachbundes im Fahrwasser der Fide, schnitt gerade der DSB laut Spiegel Online besonders schlecht ab. Das Nachrichtenmagazin berichtet, dass der Schachbund die prozentual höchste Strafe aller Verbände aufgebrummt bekam. Hierbei handelt es sich also offenkundig um den einen schweren Fall, der vom Innenministerium bemängelt wurde.
Auch wenn der bemängelte Zeitraum mehr als ein Jahr zurück liegt, dürfte es den Schachfunktionären nun noch schwerer fallen, die Aktiven von der Notwendigkeit der Doping-Vermeidung zu überzeugen. Wie die entstehende Finanzlücke gestopft werden soll, dürfte auch zu den in nächster Zeit viel diskutierten Themen in Schachdeutschland gehören.
Interessant dürfte sein, inwieweit der DSB seine Anti-Doping-Bemühungen fortsetzt, sind doch vom Bundesinnenministerium in den nächsten Jahren – ganz unabhängig vom Anti-Doping-Bericht – wegen der fehlenden Eigenmotorik beim Schach ohnehin keine Förderungen mehr zu erwarten.
Von der Besetzung her ist das Amber Turnier in Nizza der Höhepunkt des Schachmonats März. Ab dem 13.3. treten hier u.a. Carlsen, Aronjan und Iwantschuk zum Schnell- und Blindschach an. Parallel dazu wird die Europameisterschaft in Rijeka gespielt, wo auch Plätze für die Frauen-WM und den World Cup ermittelt werden. Beginn ist am 5. März.
Ansonsten stehen in diesem Monat die Mannschaftsligen im Mittelpunkt. In Österreich fällt vom 27. bis 30. März die Entscheidung um den Titel. Dagegen wird in der Schweiz am 21.3. erst einmal die 2. Runde ausgespielt.
In der Bundesliga steht die vorletzte Doppelrunde an. Nach Baden-Badens Niederlage gegen Bremen freut sich Schachdeutschland über einen Dreikampf an der Spitze. Am 20. und 21.3. fallen aber sicherlich auch in Sachen Abstieg die ersten (Vor-)entscheidungen. Am 27. März steht außerdem noch das Viertelfinale des Deutschen Pokals auf dem Programm.
Die Frauen-Bundesliga geht im März gleich zweimal an die Bretter: am 13. und 14. stehen die Runden 8 und 9 auf dem Plan, zwei Wochen später fällt dann die Entscheidung um die Meisterschaft. Auch hier ist Baden-Badens Titelverteidigung noch lange nicht gesichert.
Während Dieter Bohlen und Kollegen einmal mehr verbal auf selbst ernannte Sternchen einprügeln, schlägt Deutschland sucht den Superpatzer zurück. Bevor wir uns wieder unseren eigenen Patzern widmen, sind erst einmal die Prominenten dran: Wir wählen den Prominentenpatzer.
Ex-Weltmeisterin Susan Polgar hat sich schon lange auf Wladimir Kramniks Selbstmatt im Duell mit Deep Fritz als „blunder of the century“ festgelegt. Doch es gibt durchaus noch eine ganze Reihe anderer Aussetzer prominenter Spieler. Einer davon wurde von keinem geringeren als Garri Kasparow auf das Brett gebracht, wie im Bild links zu sehen (FEN am Ende des Kapitels). Beim Schnellschach gegen Viswanathan Anand in Genf 1996 „opferte“ Kasparow Material. Fast noch sehenswerter ist seine Reaktion auf Anands nächsten Zug bei YouTube.
Doch Kasparow und Kramnik sind natürlich nicht allein. Im Laufe der Zeit haben zahlreiche prominente Schachspieler daneben gegriffen. Wir wählen nun den schönsten Patzer, den sich ein prominenter Schachspieler geleistet hat.
Zuvor müssen wir natürlich die Kandidaten auswählen. Hier seid Ihr gefragt: Schreibt Euren Vorschlag als Kommentar oder sendet eine E-Mail mit Eurem Vorschlag an die im Impressum genannte Adresse. Zeitliche oder andere Einschränkungen sind nicht zu beachten.
Also her mit den schönsten Patzern!
FEN für die Weiterverabeitung im eigenen Programm:
2r1k2r/1p3pb1/p2p4/3np3/4q1p1/1P1NB1Pp/P1P1QR1P/4R1K1 b k – 6 33
2r1k2r/1p3pb1/p2p4/3np3/6p1/1P1Nq1Pp/P1P1QR1P/4R1K1 w k – 0 34
Als wenn es nicht schon genügend Weblogs zum Thema Schach geben würde … nun blogt auch noch caissa. Und wozu das Ganze? Ganz klar: damit Nachrichten einerseits von Meinungen und Persönlichem klarer getrennt werden. Für das Subjektive blogt nun Pattzer@Work.
Nun schließt sich der Kreis: 2003 war Pattzer@Work noch der Name einer Mannschaft auf dem Fernschach-Server Freechess. Aus der Pattzer-Homepage wurde nach und nach das caissa schach-magazin und später auch die caissa schach-chronik. Jetzt, nach Fusionen mit den Bauerntölpeln und den Black kNights heisst das Fernschach-Team j’adoube, und bei Pattzer@Work wird nun nicht mehr schachlich, sondern eher verbal gepat(t)zt.
Andere Meinungen als die des Verfassers sind herzlich willkommen und gern gelesen, natürlich im Rahmen der Gesetze. Hierfür stehen im Blog und bei den caissa-Nachrichten Kommentarfunktionen zur Verfügung.
Ja genau: Die Inhalte des Blogs sind zunächst auch bei caissa als Nachricht in der Rubrik Blog zu lesen. Natürlich liegt das zum einen daran, dass der Mensch ein Gewohnheitstier und der Schachfreund dazu manchmal ein wenig unflexibel ist, mehr aber noch daran, dass das Blog zunächst einmal gestestet werden soll.
Die ersten Beiträge des Blogs sind ältere gesammelte Meinungen und Geschichten aus und um caissa.
Heute vor 100 Jahren begann in Wien das Weltmeisterschafts-Match zwischen Titelverteidiger Emanuel Lasker und seinem österreichischen Herausforderer Carl Schlechter. Erst in der letzten von zehn Partien konnte Lasker seinen einzigen, entscheidenen Sieg zur Titelverteidigung einfahren.
Zehn Jahre lang hatte Emanuel Lasker seinen Titel nicht verteidigt, bevor er zwischen 1907 und 1910 gleich vier Herausforderungen annahm. Als Carl Schlechter und er am 7. Januar 1910 in Wien zur ersten Partie ans Brett gingen, steuerte Europa bereits auf den Weltkrieg zu. 1908 hatte Kaiser Wilhelm mit der Daily-Telegraph-Affäre für Empörung gesorgt, 1909 war Theobald von Bethmann Hollweg zum Reichskanzler ernannt worden, der durch seine Aktionen während der Juli-Krise 1914 wesentlich zum Ausbruch des Weltkrieges beitrug. (weiterlesen…)
Im Januar startet das neue Schachjahr gleich mit einigen Attraktionen. Dazu gehört natürlich traditionell das Corus Chess Tournament in Wijk aan Zee, das am dritten Januar-Wochenende startet. Die verspätete Mannschafts-WM in Bursa ist ab dem 5. Januar ein weiteres Top-Ereignis. Eine Übersicht über alle wichtigen Termine bietet ab sofort caissa.
Gleich am 5. Januar startet im westtürkischen Bursa die Mannschafts-Weltmeisterschaft. Russland ist wie so oft favorisiert, musste aber kurzfristig auf Sergei Karjakin verzichten. Die Chinesen verzichteten ebenso kurzfristig auf ihre Teilnahme und werden durch Indien ersetzt.
In Wijk aan Zee verteidigt Sergei Karjakin seinen Titel u.a. gegen Kramnik, Iwantschuk und Anand. Für den Inder wird es das letzte große Turnier vor der WM sein, so dass mit einem guten Abschneiden wohl kaum zu rechnen ist. Die Tricks und Neuerungen spart sich der Weltmeister sicherlich für Topalow auf.
Auch wenn die deutsche Bundesliga lange Winterpause macht, muss auf Vereinsschach nicht verzichtet werden. Die erste Runde im DSB-Pokal wird am 16. Januar ausgespielt. Am 17.1. spielt die Frauen-Bundesliga. Eine Woche später gehen die 2. Ligen wieder an die Bretter. Volles Programm wird auch in Österreich gespielt. Vom 14. bis 17. Dezember fallen vielleicht schon die ersten Vorentscheidungen in der österreichischen Bundesliga.